Wetterrisiken waren vor allem bei Outdoor-Events immer schon eine der wichtigsten Ursachen für die Absage oder den Abbruch von Veranstaltungen. Gefahren durch extreme Hitze standen dabei jedoch noch nie im Fokus. Die Rekordtemperaturen der letzten beiden Wochen und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken dürften das ändern.
Hitze und Gesundheit:
Temperaturen um die 40° und mehr, die es in den letzten Wochen in fast ganz Europa gab, sind für Menschen in unseren Breiten, die solche Hitzen noch nicht kennen, ungewohnt und entsprechend schwer erträglich. Nicht nur für vulnerable Gruppen bedeuten diese Temperaturen außerdem massive Gesundheitsgefahren.
Z. B. meldete Spanien für den Juni über 1000 Hitzetote, Frankreich eine ähnliche Zahl und das Robert-Koch-Institut verzeichnete für Deutschland die vorläufige Zahl von 800 Hitzetoten. Das sind allesamt Zahlen, die nicht ohne Folgen bleiben können.
Events und Hitze:
Ende Juni wurde in Holland die diesjährige Defqon.1, eines der weltgrößten Hardstyle-Festivals mit über 250.000 BesucherInnen aus aller Welt vom Veranstalter abgesagt, weil die Temperaturen von über 38° schwere Gesundheitsbeeinträchtigungen befürchten ließen.
Wenn sogar solche internationalen Großevents betroffen sind, darf man nicht überrascht sein, dass es auch in Österreich bereits eine ganze Menge Absagen bei Freiluftveranstaltungen gab.
Hitze und Veranstaltungsausfallversicherung:
Derzeit bekommt man Versicherungsschutz für Extremhitze noch relativ problemlos. Meistens wird dieser Schutz in Form einer sog. Katastrophenwetterdeckung geboten, die dann greift, wenn seitens einer Behörde die Absage oder der Abbruch einer Veranstaltung angeordnet wird, weil Gefahr für Leib und Leben besteht.
Ob dieser Versicherungsschutz auch künftig so einfach zu beschaffen sein wird, wird sich jedoch erst zeigen. Sollten sich diese Extremhitzeereignisse häufen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Anbieter von Veranstaltungsausfallversicherungen Prämienerhöhungen vornehmen oder mit mehr oder weniger deutlich erkennbaren Deckungseinschränkungen reagieren.
Bei zukünftigen Events ist es jedenfalls sehr ratsam, auf diesen Schutz speziell zu achten.